Vortrag: Hitlers Nibelungen

rosmus-plakatausschnitt

Ein Vortrag von Anna Rosmus.
Begrüßung durch Eike Hallitzky, Landesvorsitzender Bayern Bündnis 90 / Die Grünen.

Termin: Mittwoch, den 9. November 2016, um 20 Uhr in PHIL HS 3.

Am Tag nach der US – Wahl und am Tag, an dem sich die Reichskristallnacht zum 78. Mal jährt, stellt Anna Rosmus auf Einladung der Grünen Hochschulgruppe ihr neues Buch „Hitlers Nibelungen“ an der Universität Passau vor. Zu Beginn der Veranstaltung wird Eike Hallitzky die Rednerin kurz vorstellen und in ihr Werk einführen. Im Anschluss an den Vortrag bleibt Zeit, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der rechten Umtriebe hier und anderswo zu diskutieren.

Anna Rosmus beschreibt in ihrem neuesten Buch „Hitlers Nibelungen“ die regionale, grenzübergreifende Euphorie, auf Gebieten des Nibelungenliedes ein neues Reich zu erreichten, in dem eine kämpferische Jugend heranwuchs.
Das Buch enthält eine Fülle von bisher unveröffentlichtem Material. Um die Jahrhundertwende waren die Familien Hitler und Himmler nach Passau gezogen. Nachdem Einheimische 1920 mit Patronen der Reichswehr gegen Kurt Eisner ins Stadttheater zogen, holte Johann Georg Hofmann Hitler zu seiner ersten öffentlichen Rede. Albert Leo Schlageter wurde zum Helden stilisiert und Frauenberg bekam ein Ritter-von-Leeb Haus. Gauleiter Andreas Bolek zog nach Passau, Ernst Kaltenbrunner und Sonderkommissar Sepp Discherl operierten an der Grenze, wo Baldur von Schirach zu Gast war und die Donauflotille patroullierte. Schleifen Hakenkreuze zierten Passaus Hitler-Eiche, das NSDAP-Reichssymphonie-Orchester rührte die Werbetrommel und die Zeitung protzte mit Hakenkreuzen in der Basilika. Hermann Göring stellte sich Ritter von Stucks Kämpfende Amazone vor Carinhall. Adolf Eichmann und Hans Baumann heirateten in Passau.
Die US-Staatsbürgerin Anna Rosmus wurde 1960 in Passau geboren. Sie widmete ihr Leben der Aufdeckung von Antisemitismus, der Recherche über die Zeit des Nationalsozialismus in ihrer Heimatstadt sowie der Arbeit mit US-Soldaten, die an der Befreiung Europas von der Nazi-Diktatur beteiligt waren. Jahrzehntelang widmete sie ihre Arbeit der Geschichte der US-Veteranen, organisierte Wiedersehenstreffen, ermöglichte KZ-Überlebenden ihre Befreier wieder zutreffen sowie Teilnahmen an Befreiungsfeiern in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen oder seiner Außenlager. Anna Rosmus publizierte zahlreiche Werke und erhielt mehrere Auszeichnungen. Sie lebt seit 1994 bei Baltimore in Maryland. In Washington DC war sie im Holocaust-Museum tätig. Bis jetzt wird sie an Schulen und Universitäten eingeladen, um über die Zeit des Nationalismus und ihre Arbeit zu erzählen sowie Jugendliche für ein „Niemals wieder“ zu sensibilisieren.