Mat-O-Wahl

Wie auch schon in den letzten Jahren, besteht auch dieses Jahr die Möglichkeit die Wahlentscheidung durch den Mat-O-Wahl der Studierendenvertretung zu erleichtern: https://de.matowahl.students-passau.de/#/

Unsere Antworten findest du hier noch einmal im Überblick:

1. Das vegetarische und vegane Angebot der Mensa soll verbessert werden.
DAFÜR Wir wollen uns dafür einsetzen, dass allen, die auf tierische Produkte verzichten wollen, mehrere vollwertige Mahlzeiten in der Mensa zu Verfügung stehen. Die Gerichte, welche im Moment zur Auswahl stehen sind oftmals nur zwei Beilagen oder von der Menge nicht ausreichend. Unser Ziel ist es, ein Angebot an Gerichten zu schaffen, die satt machen, gleichwertig im Preis sind und mehr Vielfalt enthalten. Dabei betonen wir, dass es sich für alle um eine freie Entscheidungsmöglichkeit handelt sich ohne tierische Produkte zu ernähren, Fleischgerichte sollen weiter erhalten bleiben und in der Qualität und Menge den veganen und vegetarischen Gerichten entsprechen.
 
2. Die Mensa, Cafeterien und Snackautomaten in der Uni sollen keine Produkte von Firmen anbieten, die aktiv die Umwelt zerstören oder gegen Menschenrechte verstoßen.
DAFÜR Zu einem nachhaltigen Campus gehören regionale und biologische Produkte. Produkte von Firmen, welche die Umwelt zerstören, Menschenrechte verletzten und nicht zur Erhaltung des Planeten beitragen sollen aus dem Sortiment genommen werden. Produkte von Firmen aus der Umgebung von Passau, welche nachhaltig wirtschaften, biologisch und umwelt- sowie tierfreundlich arbeiten, sollten in der Mensa, den Cafeten und Snackautomaten Vorrang haben, um das Leben auf dem Campus nachhaltiger und fairer zu gestalten.

 
3. Die Universität soll eine Sammelstelle für Wertstoffe einrichten.
DAFÜR Da die Stadt Passau von ihren Bewohner*innen verlangt Wertstoffe selbst zu Recyclinghöfen zu bringen, fordern wir, dass die Uni eine Sammelstelle für Plastik und Dosenschrott (und im weiteren Verlauf auch für weitere Metalle, Holz- und Elektroschrott) einrichtet. So soll es Studierenden erleichtert werden ihren Müll wie vorgeschrieben zu entsorgen, was gerade aus ökologischer Sicht wünschenswert ist.
 
4. Es soll nach dem Modell der anderen Bundesländer eine Verfasste Studierendenschaft in Bayern eingeführt werden.
 
DAFÜR Wie in den anderen Bundesländern sollte es auch in Bayern, und damit in Passau, eine Verfasste Studierendenschaft geben. Dadurch erhalten wir rechtliche Absicherung, finanzielle Unabhängigkeit, Professionalisierung, und können unsere Arbeit besser auf die Bedürfnisse der Studierenden abstimmen.

 
5. Lehrstühle sollen nicht von Unternehmen, Organisationen oder fremden Regierungen unterstützt werden, die nicht mit dem Leitbild der Universität übereinstimmen.
DAFÜR Unsere Uni ist derzeit noch von externer Förderung abhängig. Die Förderung von Lehrstühlen sollte jedoch an das Leitbild und die darin vermittelten Werte der Uni Passau geknüpft werden. So stellen wir sicher, dass kein Unternehmen, welches nicht mit dem Leitbild der Uni übereinstimmt, Einfluss auf unsere Lehre erlangen kann.

 
6. Die Studierendenvertretung soll die Studierenden in allen für sie relevanten politischen und gesellschaftlichen Belangen vertreten.
 
DAFÜR Da das Leben eines Studierenden über die Grenzen des Campus hinaus geht, sollten die Mitglieder der Studierendenvertretung in Passau, ihr Mandat als ein allgemeinpolitisches Mandat auffassen. So können wir Studierende dort unterstützen wo sie es benötigen und auch wenn die Themen nicht unmittelbar mit der Uni und dem Campus zu tun haben (z.B. Karrierefragen, Wohnungsbau, Umweltschutz, Psychologische Belangen

 
7. Das Sportzentrum soll großflächig erweitert werden.
NEUTRAL Wir wünschen uns ein ausgewogenes und vielfältiges Sportangebot an der Uni Passau. Ohne konkrete Pläne für eine großflächige Erweiterung zu kennen, können wir uns jedoch nicht dafür oder dagegen aussprechen.

 
8. Das Studierendenparlament sollte bei neuen Studiengängen ein Vetorecht haben.
DAGEGEN Die GHG setzt sich für eine stärkere Mitbestimmung der Studierenden an der Universität Passau ein. Der Vorschlag eines Vetorechts für das Studierendenparlament ist allerdings nicht realistisch. Ein Vetorecht bei der Einführung neuer Studiengänge wäre ein Eingriff in das Prinzip der Professor*innenmehrheit, welches das Bundesverfassungsgericht 1973 entwickelt hat und seitdem von mehreren Verfassungsgerichten bestätigt wurde.

 
9. Die Uni sollte durch Maßnahmen wie Blühstreifen und Nisthilfen für Insekten einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.
DAFÜR Das Volksbegehren zum Artenschutz in Bayern war aus unserer Sicht ein großer Erfolg und Beispiel für erfolgreiche Bürger*innenbeteiligung. Auch die Universität Passau sollte einen Beitrag gegen das Insektensterben leisten. Das Campus Gardening-Projekt der GHG auf der FIM-Wiese kann hier als gutes Beispiel vorangehen.

 
10. Aufgrund sprachlicher und anderer Barrieren soll die Universität diese bei der Wohnungssuche und im Studiumsalltag mehr unterstützen als bisher.
DAFÜR Internationale Studierende haben es gerade zu Beginn ihrer Zeit in Passau nicht leicht sich zurechtzufinden, in der Vergangenheit kam es dabei häufig zu Problemen bei der Wohnungssuche etc.. Durch eine bessere Vorbereitung und Unterstützung der Studierenden könnten diese Probleme minimiert und den Studierenden ein guter Start in Passau ermöglicht werden.
 
11. Die Universität muss diese über den Tarifvertrag informieren und darf gewerkschaftlich organisierte Studierende nicht benachteiligen, indem sie ihnen keine Folgeverträge mehr anbieten.
DAFÜR Die Rechte studentischer Mitarbeiter*innen an der Universität Passau müssen aus unserer Sicht strenger kontrolliert werden und Betreffende besser informiert werden. Tarifverträge und das Recht auf gewerkschaftliche Organisation gehören zu den sozialpolitischen Grundpfeilern unserer Gesellschaft. Ihre Einhaltung muss im Zentrum der Bestrebungen der Universität stehen.

 
12. Das Angebot von Studiengängen, Sprachkursen, Kultur, usw. darf nicht von deren wirtschaftlicher Verwertbarkeit abhängig gemacht werden.
DAFÜR In den letzten Jahren wurde an der Uni Passau unter Führung von Präsidentin Prof. Jungwirth der Erfolg von Lehrstühlen und Studiengängen immer mehr von ihrem Potential private Drittmittel einwerben zu können oder aus der Wirtschaft geforderte Arbeitskräfte zu generieren, abhängig gemacht. Aus unserer Sicht widerspricht dies der Forschungsfreiheit und führt zur Benachteiligung gerade geistes- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge.

 
13. Die vom Grundgesetz garantierte Forschungsfreiheit sollte vor politisch oder religiös motivierten Einschränkungen (z.B. Zivilklausel) geschützt werden.
DAGEGEN Die Forschungsfreiheit stellt für die GHG ein hohes Gut dar. Durch die Selbstverpflichtung einer Universität und ihrer Gremien keine Rüstungsforschung betreiben zu wollen und die Einführung einer Zivilklausel ist die Forschungsfreiheit allerdings nicht gefährdet. Viele Universitäten in Deutschland, wie die TU Berlin, Uni Bremen oder Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main haben eine Zivilklausel in ihre Statuten aufgenommen. Wir fordern auch an der Uni Passau eine Zivilklausel einzuführen.

 
14. Die staatliche Grundfinanzierung der Universität soll durch private Drittmittel ergänzt werden dürfen.
NEUTRAL Grundsätzlich sollen Lehrstühle und Forschungsprojekte auch private Drittmittel einwerben dürfen. Wenn von der Höhe der Einwerbung solcher Mittel allerdings abhängig gemacht wird, ob ein bestimmtes Projekt initiiert oder öffentlich gefördert wird, schränkt dies aus unserer Sicht die Forschungsfreiheit entscheidend ein (These 12).

 
15. Es sollte keine Anwesenheitspflicht mit einhergehender Überprüfung in Vorlesungen und Seminaren geben.
DAFÜR In Bayern sind Anwesenheitspflichten nur in begründeten Einzelfällen überhaupt erlaubt und das ist auch gut so. Studierende sind in der Lage in Eigenverantwortung ihr Studium gestalten und müssen dabei nicht von Dozierenden, Unis oder politischen Akteuren bevormundet werden.

 
16. Um im Wettbewerb um die besten Absolventen zu bestehen, muss die Uni Passau verstärkt nach Kooperationsmöglichkeiten im Ausland suchen, und die eigene Internationalität fördern.
DAFÜR Die Universität Passau ist für uns ein weltoffener Ort des Austausches über Grenzen hinweg. Neue Partner*innen-Universitäten und weitere Kooperationen erweitern dabei die eigene Perspektive und den Dialog mit Menschen auf der ganzen Welt.

 
17. Die Studierendenvertretung soll aus dem fzs austreten.
 
DAGEGEN Die Mitgliedschaft und Mitarbeit im fzs ist für uns ein wichtiger Teil der Arbeit der Studierendenvertretung an der Uni Passau. Der fzs wird u.A. als Sachverständiger in Ausschusssitzungen des Bundestages geladen und kann dort als einziger vergleichbarer Verband an hochschulpolitischen Gesetzgebungsprozessen mitwirken. Der Austritt aus dem fzs würde die Vernetzungsarbeit mit Studierendenvertretungen aus ganz Deutschland stark einschränken und den AStA Passau bei hochschulpolitischen Diskussionen auf Bundesebene isolieren.

 
18. Ein aktiveres Campusleben soll durch attraktive Angebote gefördert werden.
DAFÜR Die GHG setzt sich stets mit Aktionen und Projekten für einen attraktiven Campus ein. Wir wollen auch bei dieser Wahl mit unseren Forderungen zu einem attraktiven und nachhaltigen Campusleben beitragen.

 
19. Die Universität und die Hochschulgruppen sollen rechts- und linksradikale Gruppen nicht fördern oder mit ihnen kooperieren. Ihnen sollen keine Räume oder Mittel zur Verfügung gestellt werden.
DAFÜR Es ist aus unserer Sicht nicht zu akzeptieren, wenn Gruppen rassistischen, antisemitischen oder sexistischen Positionen an der Universität ein Forum bieten wollen. Ein Diskurs mit solchen Akteuren und Gruppen ist weder möglich noch erstrebenswert. Nachdem der Campus Alternative an der Uni Passau der Status einer Hochschulgruppe aberkannt wurde, sind alle im Register geführten Gruppen von diesen Ausschlusskriterien nicht betroffen. Andere Gruppen, bspw. einige Burschenschaften, vertreten aus unserer Sicht Positionen, denen kein Raum an der Universität gewährt werden sollte.

 
20. Eine auf Basis des Geschlechts quotierte Redner-, Rednerinnen- und Redner*liste sollte bei universitären Veranstaltungen grundsätzlich keine Verwendung finden.
DAGEGEN In Diskussionen kann es immer wieder dazu kommen, dass einzelne Personen diese lautstark zu dominieren versuchen, um ihre Position durchzusetzen. Gerade neue Teilnehmer*innen kann dies abschrecken sich selbst zu beteiligen. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass durch eine ausgeglichene Beteiligung der Geschlechter einem solchen Diskussionsverlauf häufig vorgebeugt werden kann. Wir verwenden bei unseren Sitzungen selbst eine quotierte Redeliste. Auch bei Sitzungen des Studierendenparlamentes wünschen wir uns ein Wiedereinführung einer weichquotierten Redeliste.

 
21. Das sogenannte „Gendern“ sollte in jedem Bereich der Universität, z.B. Hausarbeiten, Klausuren und Mitteilungen, Verwendung finden – im Zweifel auch durch Pflicht.
NEUTRAL Wir unterstützen die Richtlinie der Universität Passau für die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern, die u.A. festhält, dass „Frauen in der Sprache sichtbar zu machen“ sind und der generische Maskulin keine „generelle Lösung“ bei der externen und internen Kommunikation von Beschäftigten und offiziellen Gremien an der Uni Passau ist. Auch wir als GHG haben uns dazu entschieden in Mitteilungen, Protokollen etc. zu gendern. Alle Studierenden sind aber frei darin zu entscheiden in Klausuren oder Hausarbeiten zu gendern oder nicht, eine Pflicht wäre hier aus unserer Sicht falsch.

 
22. Universitäre Kampagnen wie z.B. „His or Hers“ sollten in ihren Inhalten und Zielen klarer betrieben werden und ihren ökologischen Fußabdruck gegen den Nutzen abwägen.
NEUTRAL Generell sollten Kampagnen der Uni klar und verständlich formuliert werden, um so ihren Effekt zu maximieren. Der Nutzen muss von Fall zu Fall individuell evaluiert werden. Wir setzen uns dafür ein, dass beim Druck von Plakaten und anderen Werbemitteln an unserer Universität auf ökologische und soziale Grundsätze geachtet wird.

 
23. Die Aufgabe der hochschulpolitischen Gremien ist es, sich mit studentischen Themen zu beschäftigen. Die Mittel der studentischen Vertretung sollten nur für studentische Belange eingesetzt werden.
DAGEGEN Wir sind der Meinung, dass die Studierendenvertretung die Studierenden in allen für sie relevanten politischen und gesellschaftlichen Belangen vertreten soll (These 6). Das „festival contra le racisme“, organisiert von einem Team von Engagierten und dem AStA, mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen zu Kolonialismus, Rassismus, Antisemitismus u.v.m. ist dafür ein gutes Beispiel. Das Informieren und Schaffen von Bewusstsein über diskriminierende Strukturen in unserer Gesellschaft geht über den reinen Vertretungsanspruch hinaus, gehört aber aus unserer Sicht eben so zu den Aufgaben einer demokratisch gewählten Studierendenvertretung.

 
24. Die Mittel, die dem AStA/SprecherInnenrat zur Verfügung stehen, sollten strikt an universitäre Veranstaltungen gebunden sein. Über die genaue Verwendung soll der AStA/SprecherInnenrat einen ausführlichen und transparenten Rechenschaftsbericht anfertigen müssen.
DAGEGEN Sämtliche Kosten müssen durch den AStA bei der Finanzabteilung der Universität eingereicht werden und von dieser geprüft und dann beglichen werden. Der AStA ist ebenso dazu verpflichtet einen Rechenschaftsbericht gegenüber dem Studierendenparlament zu verfassen. Aus unserer Sicht besteht daher hier kein weitergehender Handlungsbedarf. Wir setzen uns darüber hinaus für eine Verfasste Studierendenschaft in Bayern ein, in der die Studierendenvertretung unabhängig von der Finanzabteilung der Uni ihr eigenes Budget verwalten könnte und nur dem Studierendenparlament in letzter Konsequenz Rechenschaft schuldig wäre.