Finanzierung und Geld

Die Universität Passau ist dramatisch unterfinanziert: Den bayrischen Universitäten stehen im Schnitt ca. 25.000€ pro Studierenden und Jahr zur Verfügung – in Passau sind es nur 5.000€.  Damit sind wir in Bayern absolutes Schlusslicht. Es fehlen zig-millionen Euro und hunderte von Stellen. Die bayrische Landesregierung erkennt den Nachholbedarf zwar an, bleibt aber dennoch untätig. Dabei gäbe es so viel zu tun:

  • Die Grundfinanzierung der Universität Passau muss drastisch erhöht werden
  • Der Mittelbau braucht unsere Unterstützung – Schluss mit Unsicherheit und prekären Arbeitsverhältnissen!
  • Keine Beschränkung der befristeten Anstellung an Universitäten – gegen diese Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes!
  • Drittmittelfinanzierungen sind kein Ersatz für staatliche Mittel: Erst wenn die Universität ausfinanziert ist, kann sie frei forschen
  • Das BAföG muss regelmäßig erhöht und Förderanträge schneller bearbeitet werden
  • Bezahlbarer Wohnraum muss ausgebaut werden!

Seit Jahren sieht die Landesregierung bei der Finanzierung der Universität Passau Nachholbedarf und seit Jahren passiert nichts. Immer wieder werden wir mit Verweis auf kommende Haushaltspläne vertröstet und dann doch ignoriert. Wir finden, dass unsere Universität mehr verdient hat! Wir fordern eine gerechtere Behandlung der Universitäten in Bayern. Und dafür sollten sich Studienvertretung und Universitätsleitung lautstark einsetzen!


Der akademische Mittelbau, also all die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und DozentInnen, die keine ProfessorInnen sind, ist ganz direkt von der finanziellen Situation der Universität abhängig. Befristete und unsichere Arbeitsverhältnisse und das Streichen von Stellen sind nicht hinnehmbar! Nicht zuletzt durch das Engagement und den Protest der Studierenden konnten die dramatischen Kürzungen in der Philosophischen Fakultät gerade noch abgewandt werden, doch dadurch wurde das Problem nur aufgeschoben. Wir wollen uns gemeinsam mit den VertreterInnen des Mittelbaus für eine nachhaltige Verbesserung der Situation einsetzen. Das kommt letztendlich auch uns Studierenden zu Gute, denn bessere Arbeitsbedingungen für unsere DozentInnen bedeuten auch bessere Lehrbedingungen und eine bessere Betreuungssituation für uns.


Wenn (Forschungs-)Projekte an einer Hochschule durch private Gelder gefördert werden, kann das durchaus eine Bereicherung sein. Wenn aus diesen Drittmitteln aber ein Ersatz für die staatliche Grundfinanzierung wird und plötzlich Hörsäle und Lehrstühle nach Unternehmen benannt werden, bewegen wir uns eindeutig in die falsche Richtung. Wir sehen darin die Unabhängigkeit und die Freiheit von Forschung und Lehre gefährdet und die Interessen der Allgemeinheit missachtet. Deshalb darf es Drittmittel nur für konkrete Projekte geben, es muss volle Transparenz herrschen und es müssen klare Kriterien für eine verantwortungsbewusste Forschung gelten!


Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) verkennt die Lebensbedingungen der Studierenden in Deutschland vollkommen. Nachdem die schwarz-gelbe Bundesregierung eine angemessene Erhöhung der Ausbildungsförderung jahrelang verhindert hat, kommt die nächste Anpassung erst 2016. Für Studierende eine Ewigkeit – zwei Generationen von Studierenden gehen vollkommen leer aus. Eine regelmäßige, automatische Erhöhung der BAföGs schließt Wanka zudem kategorisch aus, dabei wäre das der einzig sinnvolle Schritt, um Studierende und Auszubildende auch in Zukunft  eine angemessene finanzielle Sicherheit zu gewähren und ein selbstbestimmtes Studium zu ermöglichen. Universitäten sind nicht nur Stätten der Forschung, sondern auch Bildungseinrichtungen. Und darin liegt das weitaus größere Investitionspotential, welches die CDU/CSU verschenkt. Das muss ein Ende haben!


Immer wieder müssen Studienanfänger monatelang in Pensionen oder Hotels wohnen, bevor sie eine bezahlbare Wohnung finden. Das kann nicht sein! Wir fordern bezahlbaren Wohnraum für alle Studierenden.


Unsere Themen auf einen Blick:

NachhaltigkeitTransparenzVerbesserungen in der LehreDigitale UniversitätMensa und CafetenAkzeptanz und Toleranz – Finanzierung und Geld – Starke Stimme nach Außen